Sonntag, 25. Oktober 2009

Leider schon wieder nicht NY

Den für diesen Samstag geplanten Trip nach New York musste ich leider am Freitag absagen. Ich bin zwar nach New York reingefahren, allerdings nur, um gleich wieder rauszufliegen. Bin jetzt aufgrund des Todes meiner Großtante in San Jose (Kalifornien). Kann sehr gut sein, dass ich wegen der Beerdigung am Freitag eine ganze Woche an Unterricht verpasse!

I keep you updated was ich mache...

Samstag, 17. Oktober 2009

Avenue Q

So, wie versprochen, der Bericht meines Samstag Abends. Ist eigentlich schnell erzählt, denn ich war in einem extrem tollen Musical mit dem Titel "Avenue Q".


Spielt seit etwa 4 Jahren am Broadway und ist jetzt zum ersten Mal auf einer Tour unterwegs durch die Staaten.
Die Handlung ist recht einfach gestrickt. Es geht nämlich um die kleinen und großen Probleme einer handvoll junger Erwachsener, die in der Avenue Q in New York Tür an Tür leben. Dabei ist besonders wichtig, dass die meisten Figuren keine echten Menschen sind, sondern so tolle Handpuppen, wie in der Sesamstraße. Die Musik ist klasse, die Songs originell und witzig. Um zu zeigen, was die Themen sind, hier einige Songtitel als Beispiele: "It sucks to be me", "If you were Gay", "Everyone is a little bit racist", "The Internet is for porn", undundund.



Das Themenspektrum ist also schon ein bissl anders, als im Vorbild der Sesamstraße. Dementsprechend auch eher an Erwachsene gerichtet. Hat unheimlich Spaß gemacht, auch wenn man als Nicht-Muttersprachler immer noch nicht alle Witze versteht.


Richtig lustig ist übrigens der "Schadenfreude"-Song, in dem der Begriff auf amüsante Weise erklärt wird: "Happiness of the misfortune of others". Wird als typisch deutsche Eigenschaft präsentiert. Fand ich leicht gemein, aber die Show ist ja nicht ganz ernst zu nehmen, daher fühlt man sich auch nicht angegriffen... Da die Amis kein entsprechendes Wort dafür haben, wird das Deutsche verwendet. Genauso, wie bei "Angst" oder "Kindergarten".

Shaker Village

Sooo, jetzt ist der Post doch schneller, als mein Bericht über letzte Woche Samstag. War eben viel los diese Woche.
War gestern den ganzen Tag unterwegs, allerdings nicht in New York, wie auf den Bildern unschwer zu erkennen ist. Sondern in Canterbury einem kleinen Dorf mitten im Nirgendwo von New Hampshire. Kaz (der ganz links im Bild) hat gemeint, nach New York komme man immer, Fall Foliage oder Indian Summer in New England bekommt man nicht alle Tage zu sehen.


Kaz, Blake, Stephen, Emily, Brendan und ich vor einem Shaker-House.

Also sind wir gestern um halb 9 los. Das Ziel: Canterbury Shaker Village. Ein Museumsdorf, von der christlichen Sekte der Shaker, das sich sehen lassen kann. Gebaut ab 1792. Hier gibt es den Wikipedia-Artikel über die Shaker, wer mehr wissen will. Ansonsten lasst euch einfach mal von den Bildern des Dorfes beeindrucken:


Blick auf das Meeting House (die Kirche):



Im Schulhaus:


Dampfmaschinenbetriebene Heißmangel:


Christian mit einem "Bonnet", einer Damenhaube der Shaker:


Die Umgebung in schönen, leuchtenden Farben:





Verrückte Theologen, die überall ihre Gesangbücher und Gitarre auspacken müssen...


Nochmal ein Gruppenfoto von uns:


Zum Abschluss des Tages waren wir dann in der Stadt Salem in Massachussetts Abendessen. Bekannt vor allem durch ihre unrühmliche Geschichte in Sachen Hexenverbrennung. Heute und gerade kurz vor Halloween Anziehungspunkt für Leute in Kostümen, Kürbisse, Gruseliges und Schauerliches. Weil es leider schon richtig dunkel war, hab ich da keine Bilder gemacht...

Montag, 12. Oktober 2009

Revival und Chorkonzert

Wow, wie schnell die Zeit doch vergeht, jetzt ist die Vorlesungszeit schon fast zur Hälfte um und wir haben eine Woche Reading Week zum Selbststudium. Doch erstmal noch erzählen, was letzte Woche so alles los war. Leider habe ich diesmal keine Bilder, mit denen ich aufwarten kann. Dafür dann beim nächsten Eintrag, da werd ich euch dann nämlich von New York berichten, wo es am Freitag hingeht...

Meine Freizeit unter der Woche besteht weiterhin hauptsächlich aus kirchlichen, bzw. kirchlich-verwandten Dingen. Sprich: Gottesdienste, Abendgebet, etc. und anschließend gemütliches Beisammensein über Essen und Trinken. Das gilt insbesondere für Mittwoch Abends, wenn die Episcopalians nach dem Gottesdienst zum großen Abendessen laden.

Am Samstag hatte ich mich dann bereit erklärt, einer Gemeinde aus der United Church of Christ (das ist die Konfession, in der ich mein Praktikum vor 4 Jahren gemacht hab), die Tontechnik für ihr Revival zu managen. War damit beinahe den ganzen Tag beschäftigt.
Jetzt wird sich der eine oder andere vielleicht fragen, was ein Revival ist. Kann man nicht so einfach in einem Satz beschreiben. Normalerweise ist eine Evangelisationsveranstaltung, mit der möglichst viele Menschen neu für den Glauben gewonnen werden sollen. Gleichzeitig hat es jedoch auch für die Menschen, die bereits Christen sind, eine erneuernde Wirkung. Traditionell werden Revivals hier in den USA in afro-amerikanischen Gemeinden abgehalten. Wer die Blues Brothers Filme kennt, hat eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie das ganze funktioniert. Es gibt meist einen Anbetungsteil, intensive Gebete, viel Musik und immer eine lange und sehr intensive Predigt, die zur Umkehr oder zum Handeln auffordert.

So auch bei diesem Revival. Hauptunterschied zu einem "klassischen" Revival war die Tatsache, dass es sich hauptsächlich an die Zielgruppe lesbischer, schwuler, bisexueller und transsexueller (LGBT) Christen gerichtet hat. Die Botschaft war: Niemand wird von Gottes Liebe ausgeschlossen, sondern sie ist inklusiv und gilt allen! Es war auf alle Fälle ein sehr inspirierender Gottesdienst und Predigt, ich hab nur leider nicht ganz mit dem Herzen teilnehmen können, weil ich ja mit der Tontechnik beschäftigt war...

Der Samstag Abend bekommt die nächsten Tage noch einen eigenen Post, deswegen weiter zu sonntäglicher Singerei. Habe gestern nämlich mit dem Yale Recital Chorus unter unserem Dirigenten vom Marquand Chapel Choir die erste Projektchorgeschichte bestritten. Habe zwar nur in zwei Stücken mitgesungen, die waren aber doch recht probenintensiv. Das eine war ein Nunc dimittis von einem modernen südafrikanischen Komponisten. Sehr, sehr schön. Und das andere war das Schicksalslied von Johannes Brahms. Ein wie ich sagen möchte, fast epochales Werk, das leider viel zu wenig aufgeführt wird. Empfehle jedem mal, sich das bei Gelegenheit als Aufnahme anzuhören.

So genug geschrieben, der nächste Post kommt bald...

Samstag, 3. Oktober 2009

American Football

Es ist zwar schon eine Woche her, dennoch gehört das selbstverständlich hierher. Man höre und staune:

Ich war letzten Samstag auf meinem ersten American Football Game. In der Ivy League haben die Yale Bulldogs gegen die Cornell University gespielt. Das Spiel war irgendwie relativ langweilig, weil sehr wenig passiert ist. Ivy League Football heißt halt leider nicht automatisch, dass unsere Teams gut sind... Leider hat Cornell 14 zu 7 gewonnen am Ende. Die Regeln hab ich inzwischen übrigens verstanden. Wer sie noch nicht kennt, kann sie sich hier erklären lassen.



Man geht allerdings nicht nur wegen des Spiels, sondern hauptsächlich wegen des Events dort hin. So gibt es vorher an bestimmten Stellen Essen und Getränke umsonst, und während des Spiels, sowie in der Halbzeitpause haben die Marching Bands und die Cheerleader ihre Auftritte.


Das Stadion, die "Yale Bowl" ist im übrigen das älteste Stadion in Bowl-Form (Eliptisch) der USA und wurde 1914 eröffnet. Heute passen hier noch gut 61000 Menschen rein.

Abends waren wir dann noch mit Freunden im Prime 16, einer Bar, die eine recht stattliche Auswahl an Biersorten bietet. Ich war ziemlich glücklich, echt deutsches Bier zu vernünftigen Preisen genießen zu können.

Die Uni ging diese Woche ihren - inwzischen schon - gewohnten Gang und ich merke, dass ich mit dem Arbeitspensum auch besser zurecht komme. Heute durfte ich dann mit Shannon und Devon einkaufen fahren. Haben uns in Shannons Auto gesetzt und sind eine halbe Stunde nach Clinton rausgefahren, wo wir (vor allem ich) ausgiebig dem Outlet-Shopping gefröhnt haben. Was ein Glück, dass da die Sachen alle wirklich so günstig sind...